Kurzfassung — So viel kostet Wärmepumpenstrom 2026
Drei Szenarien, eine Wärmepumpe: 150 m² Altbau, Heizwärmebedarf 100 kWh/m²a, JAZ 3,5 → ca. 4.285 kWh Stromverbrauch pro Jahr. So unterschiedlich kann das kosten:
⚡ Dynamischer Stromtarif für deine Wärmepumpe
Bei meinen Kunden mit SG-Ready-Wärmepumpe und Tibber sehe ich 300–500 € weniger Heizstromkosten pro Jahr. Die WP heizt den Pufferspeicher automatisch dann auf, wenn der Börsenstrompreis niedrig ist.
Tibber — Dynamischer Stromtarif
- Stundengenaue Börsenpreise (EPEX Spot) — kein Aufschlag
- Grundgebühr: nur 5,99 €/Monat
- Kein Mindestvertrag — monatlich kündbar
* Werbelink — bei Abschluss über diesen Link erhalten wir eine Provision. Für dich entstehen keine Mehrkosten.
Wärmepumpenstrom-Rechner — Was kostet dich deine WP pro Jahr?
Wähle deine Rahmenbedingungen und erhalte sofort eine realistische Kostenschätzung. Die Werte basieren auf aktuellen Marktpreisen und meiner Installationserfahrung.
Unverbindliche Schätzung auf Basis von Durchschnittspreisen Mai 2026. Tatsächliche Kosten abhängig von Verbrauch, Region und Anbieter.
Warum ist Wärmepumpenstrom günstiger?
Der Strompreis besteht aus drei Blöcken: Beschaffung + Netzentgelt + Umlagen/Steuern. Bei Wärmepumpenstrom sind zwei dieser Blöcke günstiger — und das ist gesetzlich so geregelt.
Reduzierte Netzentgelte nach §14a EnWG
Seit dem 1. Januar 2024 gelten Wärmepumpen als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach §14a EnWG. Der Deal: Dein Netzbetreiber darf die Leistung bei Netzengpässen auf mindestens 4,2 kW drosseln. Im Gegenzug bekommst du reduzierte Netzentgelte — typischerweise 3–4 Ct/kWh weniger als beim normalen Haushaltsstrom.
Bei 4.285 kWh Jahresverbrauch sind das allein durch die Netzentgelt-Reduktion 130–170 € Ersparnis pro Jahr.
Niedrigere Konzessionsabgabe
Die Konzessionsabgabe für Wärmepumpenstrom liegt bei nur 0,11 Ct/kWh statt 1,59 Ct/kWh beim Haushaltsstrom (Quelle: BDEW). Das sind bei 4.285 kWh nochmal rund 63 € Unterschied pro Jahr.
Steuerbare Verbrauchseinrichtung — Was bedeutet das konkret?
Ich erkläre meinen Kunden das so: Der Netzbetreiber darf bei Engpässen deine Wärmepumpe kurzzeitig drosseln — aber nie komplett abschalten. Die Mindestleistung von 4,2 kW reicht aus, um ein Einfamilienhaus frostfrei zu halten.
Aus meiner Praxis: Echte Drosselungen kommen extrem selten vor. In den letzten zwei Jahren hat kein einziger meiner Kunden eine spürbare Einschränkung erlebt. Die Netzbetreiber drosseln aktuell kaum, weil die Netzauslastung in den meisten Regionen noch nicht kritisch ist.
Zählermodelle erklärt: Modul 1, Modul 2 & gemeinsamer Zähler
Das ist der Teil, den ich bei jeder Installation erklären muss — und der online am schlechtesten erklärt wird. Es gibt drei Wege, wie deine Wärmepumpe ans Stromnetz angeschlossen werden kann. Jeder hat andere Kosten und andere Tarif-Optionen.
Modul 1 — Separater Zähler, eigener Stromkreis
Die Wärmepumpe bekommt einen eigenen Stromzähler und läuft über einen physisch getrennten Stromkreis. Das ist die sauberste Lösung:
- kWh-Preis: Ab 22 Ct/kWh — der günstigste verfügbare Tarif
- Kosten: 50–100 € Installation + 20–50 €/Jahr Zählermiete
- Voraussetzung: Ein freier Zählerplatz im Zählerschrank
- Vorteil: Saubere Trennung, günstigster Preis, kompatibel mit dynamischen Tarifen
- Nachteil: Braucht Platz im Zählerschrank, zusätzliche Miete
Modul 2 — Gemeinsamer Zähler, Rundsteuerempfänger
Die Wärmepumpe läuft über den gleichen Zähler wie der Haushalt, wird aber über einen Rundsteuerempfänger (RSE) separat vom Netzbetreiber gesteuert.
- kWh-Preis: Ca. 26 Ct/kWh — günstiger als Haushalt, aber teurer als Modul 1
- Kosten: RSE-Einbau 100–200 €
- Vorteil: Kein zweiter Zählerplatz nötig
- Nachteil: Nicht überall verfügbar, RSE-Technik veraltet, wird kaum noch neu verbaut
Kein separater Zähler — Wärmepumpe am Haushaltsstrom
Die einfachste Variante: Die Wärmepumpe läuft über den normalen Haushaltsstromzähler. Kein zusätzlicher Aufwand, aber du zahlst den vollen Haushaltsstrompreis.
- kWh-Preis: Ca. 33 Ct/kWh — der teuerste Weg
- Kosten: 0 € zusätzlich
- Wann sinnvoll: Sehr gut gedämmter Neubau mit niedrigem WP-Verbrauch (<3.000 kWh/a), oder wenn ein dynamischer Tarif über den Hauptzähler geplant ist
Welches Modell lohnt sich wann?
Die Entscheidung hängt von vier Faktoren ab. Hier meine Empfehlung als Matrix:
| WP-Verbrauch | Zählerplatz frei? | PV-Anlage? | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| >4.000 kWh/a | Ja | Egal | Modul 1 + dynamischer Tarif |
| 3.000–4.000 kWh/a | Ja | Nein | Modul 1 + fester WP-Tarif |
| 3.000–4.000 kWh/a | Nein | Egal | Dynamischer Tarif (Hauptzähler) |
| <3.000 kWh/a | Egal | Ja | Kein sep. Zähler, PV-Eigenverbrauch |
| <3.000 kWh/a | Egal | Nein | Dynamischer Tarif (Hauptzähler) |
Wärmepumpenstrom-Tarife 2026 im Vergleich
Jetzt wird es konkret: Was zahlt man bei welchem Anbieter? Ich unterscheide zwischen festen WP-Tarifen, dynamischen Tarifen und Vergleichsportalen.
Feste WP-Tarife: Vattenfall, E.ON, EnBW & Co.
Feste Wärmepumpenstrom-Tarife bieten kalkulierbare Kosten mit Preisgarantie. Die Preise variieren stark regional — hier die großen Überregionalen als Orientierung:
| Anbieter | Grundgebühr | Ø kWh-Preis | Preisgarantie |
|---|---|---|---|
| Vattenfall | ~10 €/Monat | ~24–26 Ct | 12 Monate |
| E.ON | ~11 €/Monat | ~25–27 Ct | 12 Monate |
| EnBW | ~9 €/Monat | ~23–25 Ct | 12 Monate |
| Stadtwerke (Ø) | ~8–12 €/Monat | ~22–28 Ct | Variiert |
Preise sind Richtwerte, Stand Mai 2026. Tatsächlicher Preis abhängig von PLZ und Zählermodell. Für den exakten Preis in deiner Region nutze den Verivox-Vergleich weiter unten.
Dynamische Tarife: Tibber, Ostrom & Co.
Dynamische Stromtarife sind für Wärmepumpen-Besitzer besonders interessant: Die WP läuft dann, wenn der Börsenstrompreis niedrig ist — typischerweise nachts zwischen 1 und 5 Uhr. Eine Wärmepumpe mit SG-Ready-Schnittstelle macht das automatisch.
| Anbieter | Grundgebühr | Ø Preis/kWh | WP-Feature |
|---|---|---|---|
| Tibber | 5,99 €/Monat | ~28–30 Ct (nachts ~19–22 Ct) | SG-Ready-Integration, App-Steuerung |
| Ostrom | 6 €/Monat | ~28–30 Ct | 100% Ökostrom, monatlich kündbar |
⚡ Mein Tipp als Elektriker: Tibber + Wärmepumpe
Wer eine SG-Ready-Wärmepumpe mit Pufferspeicher hat, kann mit Tibber die Heizstromkosten um 300–500 € pro Jahr senken. Die Wärmepumpe heizt den Speicher automatisch in den günstigen Stunden auf.
Tibber — Dynamischer Stromtarif
- Stundengenaue Börsenpreise (EPEX Spot)
- Grundgebühr: nur 5,99 €/Monat, kein Aufschlag
- Kein Mindestvertrag — monatlich kündbar
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Vergleichsportale: Alle WP-Tarife deiner Region finden
Du willst nicht direkt zu einem Anbieter, sondern erst sehen, was dein PLZ-Gebiet hergibt? Dann ist ein Vergleichsportal der richtige Weg. Wichtig: Wähle als Tarifart unbedingt „Wärmepumpenstrom“ aus — nicht einfach „Strom“. Sonst siehst du nur Haushaltstarife.
Alle Wärmepumpenstrom-Tarife deiner Region vergleichen
Verivox zeigt dir alle verfügbaren WP-Spezialtarife für dein PLZ-Gebiet — inklusive Grundgebühr, kWh-Preis und Vertragslaufzeit.
Verivox: WP-Tarife vergleichen →* Werbelink — bei Abschluss über diesen Link erhalten wir eine Provision. Für dich entstehen keine Mehrkosten.
Kombitarif: Wärmepumpe + E-Auto auf einem Zähler
Wer eine Wärmepumpe und ein E-Auto hat, kann beides auf einen separaten Zähler legen. Das ist aus meiner Sicht die klügste Kombination:
- Nur einmal Zählermiete statt zweimal (spart 50–70 €/Jahr)
- Höherer Gesamtverbrauch (WP + E-Auto = 6.000–8.000 kWh/a) macht den separaten Zähler besonders wirtschaftlich
- Voraussetzung: Beide Verbraucher müssen am selben Stromkreis hängen
Mein Tipp: Wenn du eine Wallbox installieren lässt, sag deinem Elektriker direkt, dass die WP und die Wallbox auf denselben Zähler sollen. Das kostet bei der Installation kaum mehr, spart aber langfristig Hunderte Euro.
3 Praxisbeispiele mit echten Zahlen
Theorie ist gut — aber was bedeutet das konkret in Euro? Drei reale Szenarien aus meiner Praxis:
Beispiel 1: Neubau 130 m², Fußbodenheizung
Fazit: Bei nur 1.625 kWh Verbrauch lohnt sich ein separater Zähler nicht — die Zählermiete frisst die Ersparnis fast komplett auf. Besser: Dynamischer Tarif über den Hauptzähler.
Beispiel 2: Altbau 150 m², Heizkörper
Fazit: Bei 4.688 kWh lohnt sich der WP-Spezialtarif klar — 352 € netto pro Jahr gespart. Ein dynamischer Tarif bringt nochmal ~70 € extra, braucht aber SG-Ready.
Beispiel 3: Altbau + E-Auto — maximale Ersparnis
Fazit: Die Kombi aus Wärmepumpe + E-Auto auf einem dynamischen Tarif spart fast 800 € pro Jahr gegenüber Haushaltsstrom. Das ist der Fall, wo sich die Investition in SG-Ready und Pufferspeicher am schnellsten rechnet.
Jetzt Tarif für deine Situation berechnen
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Dynamischer Stromtarif für Wärmepumpen — So funktioniert’s
SG-Ready-Schnittstelle: Pflicht oder Kür?
SG-Ready ist eine standardisierte Schnittstelle, über die externe Signale die Betriebsart deiner Wärmepumpe steuern. Es gibt vier Zustände:
- Sperre: WP wird abgeschaltet (z.B. bei Netzengpass)
- Normal: Energieeffizienter Betrieb (Standard)
- Empfehlung: WP erhöht Leistung (günstiger Strom verfügbar)
- Anlaufbefehl: WP läuft mit Maximalleistung (sehr günstiger Strom)
Welche Wärmepumpen SG-Ready haben, findest du in unserem Wärmepumpen-Vergleich 2026. Kurz: Alle aktuellen Modelle von Viessmann, Vaillant, Bosch und Daikin unterstützen SG-Ready.
Pufferspeicher + dynamischer Tarif = maximale Ersparnis
Ein 300-Liter-Pufferspeicher ermöglicht es, die Wärmepumpe in den günstigen Stunden „vorzuheizen“ und die gespeicherte Wärme über die teuren Stunden zu verteilen.
Vereinfachtes Rechenbeispiel. Reale Ersparnis abhängig von Börsenpreisen, WP-Leistung und Puffergröße.
Smart Meter: Wann bekommst du eins?
Ohne Smart Meter kein dynamischer Tarif. Das intelligente Messsystem (iMSys) misst deinen Verbrauch im 15-Minuten-Takt und übermittelt die Daten an deinen Anbieter.
- Pflicht ab >6.000 kWh/a: Dein Netzbetreiber muss dir ein Smart Meter einbauen (Rollout läuft bis 2030)
- Kosten: Pflichteinbau ca. 20 €/Jahr, freiwilliges Gateway 40–100 €/Jahr
- Wartezeit: Je nach Netzbetreiber 2–6 Monate nach Antrag
Tipp: Wenn du einen dynamischen Tarif willst, beantrage das Smart Meter frühzeitig beim Netzbetreiber. Die Wartezeiten sind aktuell lang.
Wärmepumpenstrom-Tarif wechseln — Schritt für Schritt
Checkliste: Was du vor dem Wechsel brauchst
- Zählernummer des WP-Zählers (steht auf dem Zähler im Zählerschrank)
- Jahresverbrauch der Wärmepumpe (letzte Abrechnung oder schätzen: Heizwärmebedarf / JAZ)
- Zählertyp: Eintarif (ET) oder Zweitarif (HT/NT)?
- Aktueller Vertrag: Anbieter, Kündigungsfrist, Laufzeit
5 Schritte zum neuen WP-Tarif
- Zählermodell prüfen
Hast du einen separaten WP-Zähler (Modul 1), einen RSE (Modul 2), oder läuft die WP über den Hauptzähler? Zur Erklärung oben ↑ - Verbrauch schätzen
Formel: Wohnfläche × Heizwärmebedarf ÷ JAZ = Jahresverbrauch. Oder einfach den Rechner oben nutzen. - Wechsel beauftragen
Der neue Anbieter kündigt den alten für dich. Du musst nichts weiter tun. - Smart Meter beantragen (nur bei dynamischem Tarif)
Beim Netzbetreiber das intelligente Messsystem beantragen. Vorlaufzeit: 2–6 Monate.
Häufige Fragen zum Wärmepumpenstrom
Was kostet Wärmepumpenstrom 2026?
Lohnt sich ein separater Wärmepumpenstrom-Tarif?
Was ist der Unterschied zwischen Modul 1 und Modul 2?
Kann ich Wärmepumpe und E-Auto auf einen Stromtarif legen?
Brauche ich für Wärmepumpenstrom einen separaten Zähler?
Was kostet ein dynamischer Stromtarif für Wärmepumpen?
Wärmepumpenstrom bei CHECK24 oder Verivox vergleichen?
Was bedeutet §14a EnWG für meinen Wärmepumpenstrom?
Wie wechsle ich meinen Wärmepumpenstrom-Tarif?
Welcher Wärmepumpenstrom-Tarif ist der beste 2026?
- Bundesnetzagentur — Monitoringbericht Strompreise 2026
- BDEW — Strompreisanalyse 2026 (Preiskomponenten: Beschaffung, Netzentgelt, Umlagen)
- §14a EnWG — Steuerbare Verbrauchseinrichtungen in Niederspannung (seit 01.01.2024)
- Bundesnetzagentur — Festlegung BK6-22-300 zu §14a EnWG (Netzentgelt-Reduktion, Mindestleistung 4,2 kW)
- Verivox — Wärmepumpenstrom-Preisindex Mai 2026
- Tibber — Preisrechner und EPEX-Spot-Daten
- VDE FNN — Technische Anschlussbedingungen (TAB) 2024 (Zählermodelle Modul 1/2)
- BWP Bundesverband Wärmepumpe — Absatzzahlen 2025/2026
- Fraunhofer ISE — Wärmepumpen-Feldtest: Reale JAZ-Werte
- BDEW — Konzessionsabgabenverordnung (KAV): Wärmepumpen-Sondertarif 0,11 Ct/kWh
Wärmepumpenstrom-Updates per E-Mail
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